Schopflocher Moor

    Eine landschaftliche Besonderheit im Karstgebiet der Schwäbischen Alb stellt das Schopflocher Moor dar. Seine Entstehung verdankt das Schopflocher Moor einer wasserstauenden Tonschicht, die durch Verwitterung des Basalttuffes eines Vulkanschlotes entstand. Sie verhinderte die Versickerung des Oberflächenwassers in das klüftige Kalkgestein. Der an dieser Stelle ursprüngliche vorhandene Maarsee ist im Laufe der Zeit verlandet. Begünstigt durch die hohen Niederschläge am Albtrauf konnte sich hier das einzige größere Hochmoor der Schwäbischen Alb entwickeln.
    Bis 1784 blieb das Schopflocher Moor in seinem 9.000 Jahre währenden Hochmoorstadium nahezu unberührt. Mit Beginn des
    18. Jahrhunderts wurde es für den Torfabbau intensiv durch den Menschen genutzt und im Laufe der Zeit nahezu zerstört. 1931 gelang es dem Schwäbischen Albverein mit staatlicher Unterstützung die letzten verbleibenden Torfhügel zu erwerben und die Flächen unter Schutz zu stellen. 1983 wurde das Naturschutzgebiet auf seine heutige Größe von 76 ha erweitert.
    Auf den sogenannten Streuwiesen entwickelt sich eine besonders artenreiche Pflanzenwelt. Noch finden sich im Schopflocher Moor kleinflächig Restbestände einer typischen Moorflora. Ihr zukünftiges Vorkommen wird aber davon abhängig, ob es gelingen wird, die Bedingungen für das Moor insgesamt wieder zu verbessern. Der zum Schutz der empfindlichen Vegetation angelegte Schwellenweg durch das Moor ermöglicht dem Besucher, das Moor und seine Fauna und Flora kennenzulernen.  Seit 2009 zählt das Schopflocher Moor zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

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